Das Konzept

Das OFFENE HAUS ist Ort streitbaren Denkens und Handelns und steht im lebendigen Austausch mit der Stadt. Es denkt die Öffentlichkeit als Raum, in dem verschiedenste Menschen und Gruppen selbstbestimmt miteinander ausloten können, wie Stadt in Zukunft gelebt werden will. Hier wird von den Nutzer*innen neuverhandelt, was politischer und künstlerischer Ausdruck einer sich stark wandelnden Gesellschaft, auf einem sich rasch verändernden Planeten sein kann.

Das OFFENE HAUS ist ein vielfältiger Kosmos: es ist Proberaum, Ausstellung, Atelier, Büro, Café, Schule, Versammlungssaal, Kindergarten, Club, Garten, Wohnen, Rückzugsort und Bühne, freie Universität, Kino und vieles mehr. Auf dem zukünftigen Kulturcampus gelegen ist es Vermittlungsort, Haus der freien Kunstszene, Ort des politischen Lebens und des kulturellen Austauschs - offen zur Stadtgesellschaft und bereit, sich immer wieder neu zu erfinden.

Offen soll das Haus sein im Sinne der geistigen Haltung der Nutzerinnen und Nutzer sein.

Das Konzept des Offenen Hauses orientiert sich an den vielfältigen räumlichen Ressourcen des Studierendenhauses und entwickelt die dort über Jahrzehnte gewachsenen Nutzungen weiter. Neben mehreren Veranstaltungsräumen bietet es Gruppen- und Seminarräume, Proberäume für Musik, Theater und Tanz, Ateliers und Büros. Die Kindertagesstätte mit dem einzigartigen grünen Innenhof und ein Studierendenwohnheim mit günstigem Wohnraum sind fester Bestandteil des Hauses.

Der große, variabel nutzbare Festsaal bietet Raum für Kino, Theater, Konzerte, Vorträge, Feiern oder Kongresse. Das legendäre Café wird um eine kleine Gastronomie erweitert und kann abends für Konzerte, Parties, Lesungen und Diskussionen genutzt werden. Ein lichtdurchfluteter Galerieraum und breite Flure bieten Platz für Ausstellungen. Es gibt Gemeinschaftsbüros und Co-Working Spaces und für regelmäßige oder spontane Treffen von kleinen bis größeren Gruppen stehen Räume auf Stundenbasis zur Verfügung. Nicht zuletzt bietet das Haus als Ganzes Raum für große Kongresse mit hunderten von Besucher*innen.

Das OFFENE HAUS steht besonders Menschen offen, die aus ökonomischen Gründen, aus Gründen der Herkunft, der Klasse, der Sexualität, des Genders, wegen ihres kritischen Charakters oder ihrer Bedürfnislagen woanders weniger Platz haben.

Das Besondere: die Ressourcen werden gemeinsam geteilt und von den Nutzer*innen selbstverwaltet. Eine Struktur aus festen Mieterinnen sowie regelmäßigen Nutzer*innen schafft Verbindlichkeit und ist Grundlage für die basisdemokratische Organisation und solides Fundament für vielfältige, temporäre und flüchtige Nutzungen. Im OFFENEN HAUS kannst du den Großteil deiner Zeit verbringen - oder einfach mal auf ein Bier oder einen Kaffee vorbeischauen.

Konzeptbroschüre

Über ein halbes Jahr lang haben wir, ganz unterschiedliche Menschen aus über zwei Dutzend Frankfurter Initiativen und Organisationen, gemeinsam diskutiert, entworfen, gestritten, geträumt und gerechnet. Das Ergebnis ist die vorliegende Konzeptstudie, in der wir die aus unserer Sicht wichtigsten Eckpfeiler des zukünftigen Offenen Haus der Kulturen festgehalten haben.

Dieses ist die Utopie einer kommenden (Stadt-)Gesellschaft – jedoch keine abstrakte, sondern, wie wir tagtäglich erleben können, eine bereits sehr konkrete Utopie. Wie sie realistisch weiterentwickelt und in die Zukunft überführt werden kann, zeigen die hier enthaltenen Konkretisierungen. Sie sind das Ergebnis einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit dem Gebäude, seinen Möglichkeiten und Ressourcen. Damit liegt aus unserer Sicht nun alles vor, um endlich an die Umsetzung gehen zu können.

Wir möchten uns ganz herzlich für die kritisch-solidarische Unterstützung von vielen Seiten bedanken und wünschen uns eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Ergebnis.