Privateigentum: Resonanzboden rechter Weltanschauung

Sabine Nuss über Privateigentum und dessen Anschlussfähigkeit an rechtes Denken.

Die Veranstaltung findet im zweiten Stock der Dondorf-Druckerei (2og:dondorf, Gabriel-Riesser-Weg 3) statt: www.2ogdondorf.de 

Seit einiger Zeit erlebt das Thema Privateigentum, insbesondere die Kritik daran, eine Renaissance. Häufig steht dabei die Frage der Verteilung im Zentrum: Wem gehört wieviel? Das verdeckt, dass die private Form des Eigentums Ausdruck eines umfassenderen gesellschaftlichen Verhältnisses ist. Nicht nur, wer verfügt über wieviel ist wichtig, sondern vor allem: über was genau wird private Verfügungsgewalt ausgeübt, wer wird von was ausgeschlossen, zu welchem Zweck geschieht das und welche Auswirkungen hat das auf Gesellschaft und Natur? Legitimiert wird Privateigentum, weil es vermeintlich die beste aller möglichen Welten garantiere, in der das „meritokratische Prinzip“ gilt: jeder, der sich anstrengt, kann es schaffen. Im Umkehrschluss: Wer es nicht schafft, hat nichts geleistet. Eigentum, so die dem zu Grunde liegende stillschweigende Annahme, wird durch eigene Arbeit begründet. Diese „Arbeitstheorie des Eigentums“ bietet den perfekten Resonanzboden für rechtes Gedankengut. Menschenfeindliche Ideologien der Selektion und des Ausschlusses können hier unmittelbar andocken.

 

Sabine Nuss ist Politologin und Publizistin und Co-Host von zwei Podcasts. Sie hat zu Eigentum im digitalen Kapitalismus promoviert und ist Herausgeberin und Autorin verschiedener Bücher zu den Themen Ideologie, Genese und Praxis des Privateigentums. Ihre Arbeiten sind dokumentiert unter: www.sabinenuss.de 

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