Die Veranstaltung findet im zweiten Stock der Dondorf-Druckerei (2og:dondorf, Gabriel-Riesser-Weg 3) statt.
Im Juli 2021 wurden über 400 Arbeiter*innen des Automobilzulieferers GKN bei Florenz entlassen. Daraufhin begannen sie eine permanente Versammlung in der Fabrik und luden die Region dazu ein, für einen Erhalt der Arbeitsplätze und eine ökologische Alternativproduktion zu kämpfen. Mittlerweile lässt sich der Kampf um die Zukunft der GKN-Fabrik als Ringen um eine Vergesellschaftung der Produktion verstehen. Ziel ist heute eine neue Eigentümerstruktur, Gemeinwohlorientierung, sowie eine gegenseitige Integration von Fabrikleben und regionalem Gefüge. Das Vergesellschaftungsanliegen stößt jedoch auf zahlreiche ökonomische und politische Hürden. Der Vortrag nimmt der Kampf um die Zukunft der GKN-Fabrik in Florenz als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit Potenzialen und Hürden der Vergesellschaftung von Produktion. Anhand konzeptioneller Ansätze und weiterer Fallbeispiele wird deutlich, was Vergesellschaftung für eine einzelne Fabrik oder ein ganzes Unternehmen praktisch bedeuten kann.
Julia Kaiser arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Global Studies Institute der Universität Leipzig. In ihrer Dissertation erforscht sie die Ursprünge und (internationalen) Auswirkungen des Konversionskampfes vom Collettivo di Fabbrica GKN.
