Die Finanzialisierung des Wohnens als Eigentumsfrage?

Rabea Berfelde und Susanne Heeg über die Finanzialisierung des Wohnens und die Frage nach Alternativen zum privaten Eigentum.

Die Veranstaltung findet im zweiten Stock der Dondorf-Druckerei (2og:dondorf, Gabriel-Riesser-Weg 3) statt.

 

Was passiert, wenn Wohnraum zum Anlageobjekt wird? Die sogenannte Finanzialisierung des Wohnens beschreibt den Prozess, bei dem Wohngebäude zunehmend als Finanzprodukte gehandelt werden und Spekulationsgewinne die Boden- und Mietpreise in Städten weltweit in die Höhe schnellen lassen. Der Vortrag beleuchtet diese Dynamiken am Beispiel Berlins und Frankfurts und analysiert die lokalen Bedingungen der Wohnungskrise in den beiden Städten.

Privateigentum an Wohnraum ermöglicht eine exklusive Kontrolle über diese gesellschaftliche Ressource, die finanzialiserte Konzerne nutzen, um Wohnraum als Asset zu behandeln. Dabei sollen sich Kapitaleinlagen nicht nur durch Mieteinnahmen, sondern vor allem durch Bewertungsgewinne rentieren. Der Vortrag betrachtet diesen grundlegenden Wandel in der politischen Ökonomie des Wohnens aus eigentumstheoretischer Perspektive. Durch den Wandel von profitorientiertem Privateigentum zu Gemeineigentum reagiert die Vergesellschaftung – wie die Berliner Kampagne „Deutsche Wohnen & Co. enteignen” – direkt auf die Finanzialisierung des Wohnens und versucht, diese durch eine bedürfnisorientierte und demokratische Wohnraumversorgung zu ersetzen.

 

Rabea Berfelde ist Research Fellow am Centre for Social Critique der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort leitet sie (zusammen mit Dr. Jacob Blumenfeld) das Forschungsprojekt „Socialisation in Theory and Practice. Democratising Access to Land and Energy“ (https://socializationproject.de). Aktuell arbeitet sie u.a. zu finanzialisierten Bodenökonomien und gemeinwohlorientierten Alternativen. Im Mai 2026 erscheint ihr Buch „Spaces of Urban Platformisation. Airbnb and Coworking in Berlin“ im Routledge-Verlag.

Susanne Heeg ist Professorin für Geographische Stadtforschung am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Sie war von April 2022 bis Juni 2023 in der Expert:innenkommission zum Berliner Volksentscheid „Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen“.  Ihr Forschungsinteresse liegt in der Untersuchung von Städten als Kristallisationspunkte gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und als lokale Knotenpunkte im Netzwerk globaler Dynamiken.

 

Die Veranstaltungsreihe findet in der Kooperation mit dem Aelita e.V. statt. Eine Übersicht findet sich hier oder auf Instagram.

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