Cultural Clash Nomade 2022

Aktivismus, Kunst und europäische Grenzregime

Lesbos, die Bosnisch-Kroatische Grenze, Belarus: Diese Chiffren stehen nur für die bekannteren Orte, an denen in Europa derzeit Menschen ausharren, die aufgrund von Krieg, Hunger oder Armut aus ihrer Heimat fliehen mussten. Doch es sind in Wirklichkeit noch weitaus mehr Orte, und sie befinden sich nicht mehr nur an den Rändern, sondern längst schon mitten in Europa. Und überall dort leben Menschen in einem Nirgendwo, an dem der Ausnahmezustand des Lagers längst zum Dauerzustand geworden ist.

Wir sprechen mit Aktiven verschiedener Initiativen vor Ort über die aktuelle Situation angesichts europäischer Grenzregime. Zu Wort kommen Vertreter*innen von Kollektiv ohne Namen, Seawatch, Pro Asyl (angefragt), Alarmphone und der Seebrücke Frankfurt zur zunehmen-den Hoffnungslosigkeit eines immer weiter normalisierten Ausnahmezustandes - und was sie ihr an konkreter solidarischer Hilfe und politischer Strategie entgegensetzen. Moderation: Dr. Onur Suzan Nobrega, Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt.

Die dahinterstehenden grundlegenderen Fragen beleuchtet das Projekt Cultural Clash Nomade von Alba d'Urbano und Carsten Möller mit Studierenden der HGB Leipzig, das sich, ausgehend von der gleichnamigen, im Jahr 2013 unter anderem am Offenen Haus der Kulturen realisierten mobilen Ausstellung, über mehrere Jahre mit den Migrationsbewegungen der letzten Dekaden auseinandergesetzt hat, und dessen Abschlusspublikation vorgestellt wird.

Im Anschluss Barabend.