ada_hinterhofkino: VON WEGEN „SCHICKSAL“

BRD 1979, 121 min, R Helga Reidemeister, OV, FSK 0

„Gewaltverhältnisse in der Familie als Ausdruck von existentiellem Druck, verhinderter Liebesfähigkeit, Einsamkeit, wo eine Mutter nur Hausfrauenpflichten zu erfüllen hat, wo andere Bedürfnisse unter'n Tisch fallen, wo sie entsprechend heiß laufen muß - der Mut, sich selbst damit zu konfrontieren und der Versuch, aus dieser Alltagsnot herauszufinden, das zeigt Irene Rakowitz, 48 Jahre, nach 20 Ehejahren von dem Bergarbeiter Richard geschieden, Mutter von 4 Kindern - weil sie sich nicht angepaßt hat, weil sie nicht aufhört zu hoffen, daß es für sie und ihre Kinder auch anders sein kann, weil es für sie kein ,Schicksal' gibt." (Helga Reidemeister)

 „Während Filme von Arbeitskämpfen, Hausbesetzungne, Kriegsberichte usw. von der Großartigkeit der Anstrengung der Protagonisten leben, zeigt Von wegen ,Schicksal' die trotz der verzweifelten Versuche erbärmlichen Ergebnisse der Bemühungen, die Bedürfnisse eines jeden ernst zu nehmen.“ (Helke Sander)

In Kooperation mit Pupille – Kino in der Uni e.V.

 

ada_hinterhof_kino

Das ada_hinterhof_kino ist ein open air Filmprogramm der Kinothek Asta Nielsen gemeinsam mit der ada_kantine und in Kooperation mit dem Offenen Haus der Kulturen und dem Kino Orfeos Erben im Hof der ehemaligen Akademie der Arbeit auf dem Campus Bockenheim.

Die Akademie der Arbeit wurde 1921 in der Weimarer Republik als erste Hochschule für Arbeiter*innen eröffnet und schaut nun also auf 100 Jahre Geschichte zurück.

Die ada_kantine wird bald ihr einjähriges Bestehen feiern. Sie eröffnete vergangenen Sommer als Ort für eine solidarische Küche in Bockenheim mit der Losung: Restaurant für alle! Leckeres und vegetarisches Essen nach einem solidarischen Preissystem.

Das ada_hinterhof_kino 2021, das an fünf Abenden im Juni und Juli stattfinden wird, kreist um den Themenkomplex Arbeit, um die Kritik von Arbeitsverhältnissen und vorherrschenden Arbeitsdoktrinen: die Unsichtbarmachung von Arbeit (Putzen, Hausarbeit etc.), die Prekarität insbesondere von migrantischen Arbeiter*innen, schlechte oder ganz ausbleibende Entlohnung, starre Geschlechterzuschreibungen und Machtstrukturen und nicht zuletzt Naturzerstörung durch Arbeit.

Das Programm trägt dem Jubiläumsjahr – 100 Jahre Akademie der Arbeit – Rechnung und steht zugleich im Kontext des diesjährigen Schwerpunktthemas von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage (23.–28. November 2021): „All that work! Frauen, Arbeit und Film“.

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